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Was planen die Parteien für marode Sporthallen und -plätze? — Wie viel Geld soll in Sanierung und Neubau fließen?

Sachfrage: Sanierung & Ausbau der Sportstätten-Infrastruktur

Sachfrage ist der bauliche Zustand von Berlins Sporthallen, -plätzen und -anlagen, ihre Sanierung, ihr Neubau und die dafür vorgesehenen Investitionen. Nach Schätzung der Bezirke müssten bis 2029 rund 411 Millionen Euro investiert werden, um alle bezirklich verwalteten Sportanlagen in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen; tatsächlich standen in den vergangenen Jahren im Schnitt nur rund 24 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Der bauliche Rückstand äußert sich konkret in gesperrten Turnhallen, defekten Duschen und löchrigem Kunstrasen und trägt zu langen Wartelisten bei Vereinen bei. Strittig ist Tempo und Finanzierungsweg der Sanierung, etwa der Anteil von Bundesförderprogrammen gegenüber Landesmitteln.

Forschungsstand & Quellen

Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin, »Berliner Strategie Sportinfrastruktur — Herausforderungen, Ziele und Maßnahmen« (amtlicher Bericht).

Was die Parteien dazu sagen

CDU

substanziell

»Sanierungsbedarf von über 400 Millionen Euro ... Sportstättensanierungsprogramm deshalb konsequent ausbauen und langfristig finanziell absichern« Beleg ↗
»ganzjährige Nutzbarkeit von Sportflächen konsequent verbessern ... moderne Beleuchtungssysteme, witterungsbeständige Beläge« Beleg ↗
»Masterplan Sportforum Hohenschönhausen ... Fußballstadion ... für die 3. Liga ertüchtigt werden kann« Beleg ↗
»Modernisierung der Leistungssportzentren Olympiapark und des Sportforums Hohenschönhausen mit dem dort integrierten Olympiastützpunkt« Beleg ↗

Das Programm der CDU beziffert den Sanierungsbedarf bei Sporthallen und -plätzen mit über 400 Millionen Euro und kündigt ein Sportstättensanierungsprogramm an, das ausgebaut und langfristig finanziert werden soll. Genannt werden zudem konkrete Einzelprojekte wie das Sportforum Hohenschönhausen und das Leistungssportzentrum Olympiapark sowie Maßnahmen für die ganzjährige Nutzbarkeit von Sportflächen, etwa moderne Beleuchtung und witterungsbeständige Beläge.

SPD

substanziell

»Bei der bezirklichen Sportinfrastruktur richten wir uns an der Sportentwicklungsplanung aus und entwickeln ein Typenbauprogramm für Sportfunktionsgebäude. Eine zentrale Planungs- und Baueinheit entlastet Bezirke und beschleunigt barrierefreien Bau und Sanierung.« Beleg ↗
»Wir investieren in landeseigene Schwimmbäder, bauen Typenschwimmhallen und sanieren Bestandsbäder klimagerecht.« Beleg ↗
»Wir setzen uns für den Neubau des Jahn-Sportparks ... ein. ... Im Olympiapark setzen wir weitere Entwicklungsmaßnahmen um. In Tegel verbinden wir Angebote ... durch neue Hallen und Sportplätze.« Beleg ↗

Das Programm benennt strukturelle Instrumente gegen den Sanierungsstau (Typenbauprogramm, zentrale Planungs- und Baueinheit) sowie konkrete Investitionsvorhaben bei Sportanlagen und Bädern (Typenschwimmhallen, Bestandsbäder-Sanierung, Jahn-Sportpark, Olympiapark, Tegel). Eine bezifferte Investitionssumme oder ein Zeitplan bis 2029 fehlt.

Bündnis 90/Die Grünen

substanziell

»Jahrelange Dauerbaustellen wie beispielsweise beim Paracelsus-Bad in Reinickendorf sind nicht hinnehmbar. […] selbst der Vereinssport kann aufgrund des desaströsen Zustands und der Sperrung vieler Hallen nicht zuverlässig stattfinden.« Beleg ↗
»Kunstrasenplätze sollen ohne Mikroplastik-Infill und recyclingfähig gebaut, Eisflächen modernisiert und zukünftig klimaneutral betrieben werden.« Beleg ↗
»Wir Grüne wollen alle Bezirke mit sanierten, barrierefreien und ökologisch nachhaltigen Schwimmbädern ausstatten« Beleg ↗
»Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass es endlich ein Freibad in Marzahn-Hellersdorf, dem einzigen Bezirk ohne Sommerbad, gibt.« Beleg ↗

Der bauliche Sanierungsstau wird konkret benannt (Dauerbaustelle Paracelsus-Bad, gesperrte Hallen), ergänzt um ökologische Bau-/Sanierungsstandards (Kunstrasen, Eisflächen), eine flächendeckende Zusage sanierter Bäder in allen Bezirken sowie ein konkretes Neubauprojekt (Freibad Marzahn-Hellersdorf) – Problembenennung, Standards und Investitionsziele liegen vor.

Die Linke

substanziell

»Wir werden ein „Jahrzehnt der Investitionen“ in den Breitensport einleiten. Dafür richten wir eine zentrale Baudienststelle für den Sportstättenbau ein.« Beleg ↗
»Sanierung wir im Rahmen des Sportanlagensanierungsprogramms beschleunigen werden. Den Etat für das Programm werden wir erhöhen.« Beleg ↗
»Berlin verfügt mit dem Sportforum Hohenschönhausen und dem Olympiapark über zwei Sportkomplexe mit einzigartigem Potenzial. Beide Standorte leiden jedoch unter einem massiven Sanierungsstau, den wir konsequent abbauen werden.« Beleg ↗
»Wir setzen uns dafür ein, dass die Regattastrecke Grünau als zentral verwaltete Hauptanlage für den Wassersport in Berlin ausgebaut wird, um optimale Bedingungen für den Spitzensport zu schaffen.« Beleg ↗
»Bei Sanierungen und Neubauten von Sportstätten setzen wir uns konsequent für die Schaffung von zusätzlichen All-Gender-Umkleiden und diskriminierungsfreien Einzelkabinen ein, um Wahlfreiheit und sichere Räume für alle zu schaffen.« Beleg ↗

Das Programm der Linken benennt den Sanierungsstau bei Sportstätten ausdrücklich und setzt organisatorische wie finanzielle Instrumente dagegen: eine zentrale Baudienststelle für den Sportstättenbau, einen erhöhten Etat für das Sportanlagensanierungsprogramm sowie ein ›Jahrzehnt der Investitionen‹ in den Breitensport. Dazu gehören auch der Ausbau der Regattastrecke Grünau zur zentral verwalteten Wassersport-Hauptanlage – als reine Bau-Investition hierher und nicht zur Nachbar-Sachfrage ›Wie wollen die Parteien sportliche Talente fördern und den Leistungssport unterstützen? — Wie werden Trainerinnen und Trainer gewonnen?‹ gehörig – sowie die bauliche Vorgabe zu All-Gender-Umkleiden bei Sanierung und Neubau, die ebenfalls hierher und nicht zur Nachbar-Sachfrage ›Was wollen die Parteien tun, damit Menschen mit Behinderung Sport treiben können?‹ gehört.

AfD

substanziell

»Der Sanierungsstau bei Sportflächen muss durch massive Investitionen und ein Sofortprogramm behoben werden ... unterstützt die Forderungen des Landessportbunds Berlin aus dessen 14-Punkte-Katalog« Beleg ↗

Das Programm benennt den Sanierungsstau bei Sportflächen ausdrücklich, fordert Investitionen und ein Sofortprogramm als Instrument und stützt sich auf den 14-Punkte-Katalog des Landessportbunds — konkrete Summen fehlen, Instrument und Zielrichtung sind aber klar.

Was die Unterschiede praktisch bedeuten

Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten — beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose. Zur Methodik.

Bei der Sportstätten-Sanierung sind sich alle fünf Parteien im Handlungsbedarf einig, unterschieden werden Grad der Bezifferung und Instrumententyp. Die CDU beziffert den Sanierungsbedarf mit über 400 Millionen Euro und will das bestehende Sanierungsprogramm ausbauen; Linke und SPD setzen organisatorisch an, mit einer neuen zentralen Baudienststelle (Linke) beziehungsweise einer zentralen Planungs- und Baueinheit samt Typenbauprogramm (SPD). Die AfD fordert ein Sofortprogramm unter Bezug auf den 14-Punkte-Katalog des Landessportbunds, ohne eigene Summe zu nennen; die Grünen benennen konkrete Einzelprojekte und ökologische Bau-/Sanierungsstandards (mikroplastikfreier Kunstrasen, klimaneutraler Betrieb), aber keine Gesamtsumme oder Struktur-Reform. Mehrere Parteien verknüpfen die Sanierung zusätzlich mit Einzelprojekten wie dem Sportforum Hohenschönhausen (Linke, CDU) oder dem Olympiapark (Linke, SPD, CDU).

Muster der Positionen: Gleiche Richtung

Gemeinsame Richtung: Ausbau von Sanierung und Neubau der Sportstätten — wie verbindlich legen sich die Programme fest?

Absichtserklärung
Festgelegt: Instrument, Zahl und Termin

Nur die CDU beziffert den Sanierungsbedarf mit über 400 Millionen Euro, die übrigen vier Parteien benennen Instrumente ohne Zahl oder Termin.Die CDU beziffert den Bedarf (über 400 Mio. Euro), die AfD fordert ein Sofortprogramm ohne eigene Summe, die Grünen benennen Einzelprojekte und Standards ohne Gesamtsumme; SPD und Linke setzen organisatorisch an (zentrale Bau-/Planungseinheit).Stufen: Absicht · Instrument benannt · Instrument + Zahl oder Termin · Instrument + Zahl und Termin. Verbindlich heißt: festgelegt — nicht: besser.Punkte = Parteien in ihren Farben ( CDU,  SPD,  Grüne,  Linke,  AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.

Grundlage: »Bei der Sportstätten-Sanierung sind sich alle fünf Parteien im Handlungsbedarf einig, unterschieden werden Grad der Bezifferung und Instrumententyp.«

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