Unsere Vorgehensweise
Der Wahlkompass Berlin stellt die Wahlprogramme der fünf im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien — CDU, SPD, Grüne, Linke, AfD — zur Wahl am 20. September 2026 einander gegenüber.
Unsere Qualitätsziele
- Vollständigkeit: Alle fünf Programme ganz lesen; nichts stillschweigend weglassen.
- Belegbarkeit: Jede zitierte Programmaussage einer Partei führt auf ein wörtliches Zitat mit Fundort zurück.
- Gleichbehandlung: Ein Katalog, dieselben Definitionen, dieselben Prüfschritte für alle.
- Lücken sichtbar machen: Was ein Programm nicht sagt, wird ebenso ausgewiesen wie das, was es sagt.
- Vergleichbarkeit nach Regeln: Übereinstimmungen und Differenzen werden nach festen, offengelegten Kriterien bestimmt.
- Orientierung: Die Programme so nebeneinanderstellen, dass jede Wählerin und jeder Wähler selbst vergleichen kann.
Unser Vorgehen
Grundlage: die Programmtexte
- 885 Seiten Wahlprogramm (AfD 99, CDU 128, Grüne 256, Linke 336, SPD 66), nachgewiesen auf der Quellen-Seite.
- Absatz für Absatz erfasst; 3.860 wörtliche Zitate mit Fundort. Zitiert wird ausschließlich der Wortlaut.
- Für jeden Absatz ist dokumentiert, ob er erfasst, anderswo abgedeckt oder mit Grund ausgenommen wurde — nachlesbar im Abdeckungsnachweis.
Der Sachfragen-Katalog
- 192 Sachfragen in 20 Themenfeldern, gewonnen aus der Summe aller fünf Programme.
- Der Katalog folgt den Programmen: Er enthält jede Sachfrage, zu der mindestens eines der fünf Programme Stellung nimmt. Jede ausgewiesene Leerstelle ist deshalb eine Frage, die eine andere Partei beantwortet.
- Jede Sachfrage ist gegen ihre Nachbarfragen abgegrenzt, damit ein Zitat dort steht, wo es die Frage beantwortet.
- Jede Sachfrage ist mit Forschung, amtlicher Statistik oder Fachberichten unterlegt. Die Belege stehen unter jeder Sachfragen-Einführung, zusätzlich gesammelt auf der Quellen-Seite; die Online-Quellen wurden zuletzt am 24. August 2026 auf Erreichbarkeit geprüft.
Die Antworten der Parteien
- Je Sachfrage und Partei eine Einordnung (960 Urteile) in fünf Stufen: substanziell positioniert · teilweise angesprochen · nur ablehnend erwähnt · nur erwähnt · vollständig fehlend. Die ersten drei gelten als »positioniert« (Ablehnung ist eine Richtung), die letzten beiden als »ohne Aussage«.
- Jede Einordnung nennt ihre Belegstellen und eine kurze Begründung.
- Verbindlichkeit: Ist ein Instrument benannt? Eine Zahl? Ein Termin? — für alle Parteien nach denselben Definitionen erfasst.
Die Einordnung der Redaktion
- Unter den Antworten der Parteien steht je Sachfrage ein kurzer Text, der benennt, worin sich die Parteien in dieser Sachfrage systematisch unterscheiden: Ziel oder Instrument, beziffert oder nicht, Verbot oder Förderung, welcher Zuschnitt.
- Zeigt eine Zusage ihre Richtung erst im Zusammenspiel mit anderen Vorhaben derselben Partei, wird dieses Paket benannt — mit den entsprechenden Belegen.
- Die Einordnung beschreibt, was die Parteien in ihren Programmen vorhaben.
Die Vergleichsmethodik
Das Muster je Sachfrage
Jede Sachfrage erhält genau ein Muster:
- Gleiche Richtung: Alle positionierten Parteien wollen dasselbe; Unterschiede nur im Grad.
- Zwei Richtungen: Zwei Lager mit entgegengesetzter Handlungsrichtung.
- Eine Partei gegen die übrigen: Eine Partei gegen mindestens drei andere.
- Verschiedene Ansätze: Mindestens zwei Parteien äußern sich, aber weder in eine gemeinsame noch in zwei entgegengesetzte Richtungen — sie setzen an verschiedenen Stellen an.
- Kein Muster: Weniger als zwei Parteien äußern sich.
Spricht eine Partei nur zu einem anderen Teilaspekt der Frage, steht sie nicht auf der Achse, wird aber mit diesem Aspekt genannt. Maßgeblich ist der Richtungsgegensatz (Instrument gewollt oder abgelehnt). Ein Unterschied nur in der Verbindlichkeit ist kein Gegensatz. Zwei positionierte Parteien genügen. Die Pole werden symmetrisch und sachlich in Worten benannt; jedes Muster führt den tragenden Satz der Redaktions-Einordnung an.
Die Reihung entlang der Achse
- Bei zwei Polen werden die Parteien, wo der Text es hergibt, vom einen Pol zum anderen gereiht.
- Kriterium dabei ist die Reichweite der Handlungsrichtung, nicht die Verbindlichkeit.
- Dargestellt werden Rangplätze in gleichen Abständen, also Reihenfolgen. Gleichstand bleibt Gleichstand, die Lagergrenze bleibt; ohne Abstufung im Text bleibt das Lager ein Block.
Die Verbindlichkeits-Stufen
Bei gleicher Richtung erhält jede positionierte Partei eine Stufe, bestimmt aus Zitaten und Einordnung:
- 0 — Absicht: Ziel ohne benanntes Mittel.
- 1 — Instrument: Mittel benannt, ohne Zahl und Termin.
- 2 — Instrument mit Zahl oder Termin.
- 3 — Instrument mit Zahl und Termin.
Die Stufe misst, ob Instrumente, Zahlen und Termine genannt werden: die Festigkeit der Zusage.
Der Parteienvergleich
- Unter Übereinstimmungen und Differenzen wählen Sie zwei oder mehr Parteien. Gezählt wird je Sachfrage — über alle Sachfragen und je Themenfeld —, ob die gewählten Programme in entgegengesetzte Richtungen wollen, in dieselbe, an verschiedenen Stellen ansetzen oder ob sich zu wenige äußern.
- Gezählt werden die einzelnen Sachfragen.
- Bei Teilauswahl: Äußern sich weniger als zwei der gewählten Parteien, gilt »kein Muster«; »verschiedene Ansätze« bezieht sich auf alle Parteien, die sich äußern.
Wie wir die Qualität sichern
- Erfassung und Einordnungen entstanden mit maschineller Unterstützung (KI); alle Erfassungen und Einordnungen unterlagen danach redaktioneller Kontrolle.
- Jedes Zitat wurde zeichengenau gegen den Original-Programmtext geprüft.
- Jede Einordnung, jedes Muster, jede Reihung und jede Stufe durchlief zwei unabhängige Prüfungen. Blieben Zweifel, wurde gestrichen.
- Sekundärquellen werden regelmäßig auf Erreichbarkeit geprüft; Ausfälle werden ersetzt oder gestrichen und ausgewiesen.
- Gemeldete Fehler korrigieren wir umgehend (Impressum).