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Was wollen die Parteien tun, damit jedes Kind schwimmen lernt? — Wie werden Schwimmkurse und Schwimmhallen gesichert?

Sachfrage: Schwimmfähigkeit & Schwimmunterricht

Ob jedes Kind sicher schwimmen lernt und mit welchen Mitteln — Schwimmbusse, Schulschwimmzentren, gebührenfreier Zugang, Ausbau von Schwimmhallen — ist eine bildungs- und sicherheitspolitische Sachfrage mit belastbarer Datenlage. Eine repräsentative forsa-Befragung im Auftrag der DLRG (2022) fand, dass sich der Anteil der Nichtschwimmer unter 6- bis 10-jährigen Kindern seit 2017 auf rund 20 Prozent verdoppelt hat; unter Kindern aus Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 2.500 Euro sind es 49 Prozent, gegenüber 12 Prozent in Haushalten über 4.000 Euro. Als Ursachen nennt die Untersuchung pandemiebedingte Unterrichtsausfälle sowie schließungsbedingt reduzierte Schwimmhallenkapazitäten. Die Sachfrage betrifft speziell die Schwimmfähigkeit als eigenständiges Ziel, nicht die Bäderinfrastruktur insgesamt.

Forschungsstand & Quellen

DLRG e. V., forsa-Repräsentativbefragung »Schwimmfähigkeit von Kindern« (2022), Pressematerial der DLRG.

Was die Parteien dazu sagen

CDU

substanziell

»jedes Kind in Berlin das Schwimmen erlernt ... Schwimmunterricht ab dem 3. Lebensjahr ... zusätzliche Schwimmlehrkräfte, moderne Lehrkonzepte und eine bessere Koordination zwischen Schulen und Bäderbetrieben« Beleg ↗
»Kein Kind soll die Grundschule verlassen, ohne sicher schwimmen zu können ... verbindliche und verlässliche Durchführung des Schwimmunterrichts im Rahmen einer Berliner Schwimm-Offensive« Beleg ↗

Das Programm formuliert das Ziel flächendeckender Schwimmfähigkeit explizit und benennt konkrete Instrumente: frühere Schwimmangebote ab dem 3. Lebensjahr, verbindliches Schulschwimmen, zusätzliche Schwimmlehrkräfte und bessere Koordination mit den Bäderbetrieben.

SPD

substanziell

»Wir halten am Ziel fest, dass alle Kinder am Ende der Grundschule schwimmen können. Deshalb führen wir verpflichtenden Schwimmunterricht sowie Schwimm-Intensivkurse fort und bauen diese aus.« Beleg ↗
»Vereins‑, Kita‑ und Schulschwimmen bleiben gebührenfrei.« Beleg ↗

Das Programm formuliert ein klares Ziel (jedes Kind kann am Ende der Grundschule schwimmen) und benennt dafür konkrete Instrumente: verpflichtenden, ausgebauten Schwimmunterricht/-Intensivkurse und gebührenfreies Vereins-, Kita- und Schulschwimmen.

Bündnis 90/Die Grünen

substanziell

»…sicherstellen, dass jedes Kind in Berlin schwimmen lernt« Beleg ↗
»Wir werden die gestrichenen Schwimmbusse wieder ermöglichen und dauerhaft überall, wo sie benötigt werden, absichern.« Beleg ↗

Die Grünen setzen sich das Ziel, dass jedes Kind in Berlin schwimmen lernt, und wollen dies mit einem konkreten Instrument absichern — die gestrichenen Schwimmbusse sollen wieder ermöglicht und dauerhaft dort abgesichert werden, wo sie gebraucht werden. Die im Programm ebenfalls angesprochene Sanierung von Schwimmbädern in allen Bezirken betrifft die Bäderinfrastruktur und gehört zur Sachfrage ›Was sagen die Parteien zu Eintrittspreisen und Betrieb der Schwimmbäder?‹.

Die Linke

substanziell

»Unser Ziel ist, dass kein Kind die Grundschule ohne Schwimmbefähigung verlässt. Dafür bauen wir die Schulschwimmzentren und kostenlose Nachschulungsangebote in Kooperation mit Vereinen vor allem in Bezirken mit hohen Nichtschwimmerquoten aus.« Beleg ↗
»Die Kosten für Schulwegbeförderung und Schwimmbusse müssen den Bezirken vom Land erstattet werden.« Beleg ↗

Das Programm der Linken setzt sich das Ziel, dass kein Kind die Grundschule ohne Schwimmbefähigung verlässt, und unterlegt das mit Instrumenten: Ausbau der Schulschwimmzentren, kostenlose Nachschulungsangebote gezielt in Bezirken mit hohen Nichtschwimmerquoten sowie die Erstattung der Kosten für Schwimmbusse durch das Land. Die allgemeine Aussage zur unentgeltlichen Bädernutzung betrifft dagegen die Nachbar-Sachfrage ›Was sagen die Parteien zu Eintrittspreisen und Betrieb der Schwimmbäder?‹.

AfD

substanziell

»einen rechtsverbindlichen Anspruch auf Beförderung zum schulischen Schwimmunterricht (Schwimmbus) verankern ... schrittweise von der 3. Klasse auf die 2. Klasse vorziehen« Beleg ↗

Das Programm benennt mit dem Rechtsanspruch auf Schwimmbus-Beförderung ein konkretes Sicherungsinstrument und zieht den Schwimmunterricht um eine Klassenstufe vor, ausdrücklich mit dem Ziel, dass jedes Kind schwimmen lerne.

Was die Unterschiede praktisch bedeuten

Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten — beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose. Zur Methodik.

Bei der Schwimmfähigkeit sind sich alle fünf Parteien im Ziel einig, dass jedes Kind schwimmen lernen soll; Linke, SPD und CDU fassen dies ausdrücklich als Ziel bis zum Ende der Grundschule, AfD und Grüne formulieren das Ziel ohne diese Terminierung. Unterschieden wird nach dem gewählten Sicherungsinstrument: CDU und AfD setzen am Startzeitpunkt an und ziehen den Schwimmunterricht vor (ab dem 3. Lebensjahr beziehungsweise von der 3. auf die 2. Klasse), während die SPD auf einen fortgeführten, ausgebauten verpflichtenden Schwimmunterricht setzt. Linke, AfD und Grüne sichern zusätzlich die Beförderung ab: Die Linke regelt die Erstattung der Schwimmbus-Kosten an die Bezirke, die AfD verankert einen Rechtsanspruch auf Schwimmbus-Beförderung, die Grünen kündigen die Wiederherstellung gestrichener Schwimmbusse an. Gebührenfreiheit für Vereins-, Kita- und Schulschwimmen sichern SPD und Linke (kostenlose Nachschulung) zu, CDU und AfD äußern sich zu Gebühren nicht.

Muster der Positionen: Gleiche Richtung

Gemeinsame Richtung: Sicherstellen, dass jedes Kind schwimmen lernt — wie verbindlich legen sich die Programme fest?

Absichtserklärung
Festgelegt: Instrument, Zahl und Termin

Alle fünf Parteien benennen ein eigenes Instrument, aber keine von ihnen eine Zahl oder einen Termin.CDU und AfD ziehen den Unterrichtsbeginn vor, die SPD baut den bestehenden Pflichtunterricht aus; Linke, AfD und Grüne sichern zusätzlich die Beförderung per Schwimmbus ab, Gebührenfreiheit sagen nur SPD und Linke zu.Stufen: Absicht · Instrument benannt · Instrument + Zahl oder Termin · Instrument + Zahl und Termin. Verbindlich heißt: festgelegt — nicht: besser.Punkte = Parteien in ihren Farben ( CDU,  SPD,  Grüne,  Linke,  AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.

Grundlage: »Bei der Schwimmfähigkeit sind sich alle fünf Parteien im Ziel einig, dass jedes Kind schwimmen lernen soll; Linke, SPD und CDU fassen dies ausdrücklich als Ziel bis zum Ende der Grundschule, AfD und Grüne formulieren das Ziel ohne diese Terminierung.«

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