Was sagen die Parteien zu Eintrittspreisen und Betrieb der Schwimmbäder?
Sachfrage: Bäderpolitik: Zugang, Preise, Betrieb
Wie öffentliche Bäder betrieben und finanziert werden, welche Eintrittspreise und Zugangsregeln gelten und wie die Betriebsstruktur organisiert ist, betrifft Nutzung und Steuerung bestehender Bäder — nicht deren bauliche Sanierung. Die landeseigenen Berliner Bäder-Betriebe verzeichneten 2024 rund 6,2 Millionen Besuche, davon etwa 1,9 Millionen in Freibädern; der reguläre Hallenbad-Eintritt liegt bei 7,50 Euro (ermäßigt 5,50 Euro, Kinder 4,50 Euro). Seit der Umstellung auf ein »nutzungsbasiertes« Kategorien-Tarifsystem 2023 sind Preisstruktur und Zugangsregeln (etwa Ausweiskontrollen) politisch umstritten, ebenso Fragen der Betriebsform zwischen Landesbetrieb und privatwirtschaftlicher Organisation. Der Senat legt dem Abgeordnetenhaus dazu jährlich einen Bericht zur Auslastung und Wirtschaftslage der Bäder-Betriebe vor.
Forschungsstand & Quellen
Berliner Bäder-Betriebe (Anstalt öffentlichen Rechts des Landes Berlin), Geschäftsbericht 2024 (amtlicher Unternehmensbericht mit Besuchs- und Betriebszahlen).
»die Unternehmensführung und -struktur der Berliner Bäder-Betriebe einer kritischen Revision unterziehen« Beleg ↗
Die CDU kündigt eine kritische Überprüfung der Unternehmensführung und -struktur der Berliner Bäder-Betriebe an, ohne dies näher zu konkretisieren. Zu Eintrittspreisen, Zugangsregeln oder einer Entscheidung über die Betriebsform äußert sich das Programm nicht.
SPD
teilweise
»Vereins‑, Kita‑ und Schulschwimmen bleiben gebührenfrei.« Beleg ↗
Das Programm sichert Gebührenfreiheit für Vereins-, Kita- und Schulschwimmen zu und beantwortet damit einen Teilaspekt von Zugang/Preisen. Zur allgemeinen Eintrittspreisstruktur, zu Zugangsregeln oder zur Betriebsform der Bäder-Betriebe (Landesbetrieb vs. privatwirtschaftlich) enthält das Programm keine Aussage.
Bündnis 90/Die Grünen
fehlt
Zu Eintrittspreisen, Zugangsregeln oder der Betriebsform bestehender Bäder findet sich keine Aussage. Die bislang zugeordnete Fundstelle fordert den Neubau eines Freibads in Marzahn-Hellersdorf und betrifft damit bauliche Infrastruktur, nicht Nutzung/Betrieb bestehender Bäder, und wird umgehängt.
Die Linke
substanziell
»Der Eintritt in die Berliner Bäder wird für alle Kinder und Schüler*innen unter 18 Jahren kostenlos.« Beleg ↗
»Da Ausweiskontrollen in Schwimmbädern Menschen ohne sichere Dokumente faktisch ausschließen, werden wir diese abschaffen.« Beleg ↗
»Wir sorgen dafür, dass alle Bäder mit mindestens 25 Grad geheizt werden. Die neue Preisstruktur der Bäderbetriebe werden wir nach der ersten Saison auswerten und unter Einbeziehung der Badegäste anpassen.« Beleg ↗
»Der abgeschlossene Bädervertrag gibt den Berliner Bäder-Betrieben (BBB) Planungssicherheit. Die darin zugesagten Mittel müssen jedoch verlässlich fließen und angesichts der massiv gestiegenen Bau- und Energiekosten dynamisiert werden.« Beleg ↗
»Die Nutzung der Bäder für Kitas, Schulen und Vereine bleibt unentgeltlich. Für die Vergabe von Wasserzeiten braucht es eine neue und transparente Struktur.« Beleg ↗
Das Programm positioniert sich zu Preisen (kostenloser Eintritt für Minderjährige, unentgeltliche Nutzung für Kitas/Schulen/Vereine), Zugangsregeln (Abschaffung der Ausweiskontrollen, transparente Wasserzeiten-Vergabe) und Betriebsstruktur (Auswertung/Anpassung der Preisstruktur, Dynamisierung der Vertragsmittel der landeseigenen Bäder-Betriebe). Alle drei Dimensionen der Sachfrage – Zugang, Preise, Betrieb – sind mit Instrument belegt.
AfD
fehlt
Das Programm der AfD äußert sich nicht zu Betrieb, Eintrittspreisen oder Zugangsregeln öffentlicher Bäder.
Was die Unterschiede praktisch bedeuten
Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten —
beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose.
Zur Methodik.
Beim Betrieb der Bäder unterscheidet sich vor allem die Reichweite der Positionierung: Nur die Linke deckt alle drei Dimensionen der Sachfrage — Preise (kostenloser Eintritt für Minderjährige), Zugang (Abschaffung der Ausweiskontrollen, transparente Wasserzeiten-Vergabe) und Betrieb (Auswertung der neuen Preisstruktur, Dynamisierung der Vertragsmittel). SPD und CDU beschränken sich auf Teilaspekte: Die SPD sichert Gebührenfreiheit für Vereins-, Kita- und Schulschwimmen zu, die CDU kündigt lediglich eine Revision der Unternehmensführung der Bäder-Betriebe an, ohne diese zu konkretisieren. Die Programme von AfD und Grünen enthalten zu Eintrittspreisen, Zugangsregeln oder Betriebsform der bestehenden Bäder keine Aussage.
Muster der Positionen: Verschiedene Ansätze
Die Programme weisen weder in eine gemeinsame noch in zwei entgegengesetzte Richtungen — sie setzen an verschiedenen Stellen an.
Ohne Aussage: Grüne, AfDLinke und SPD zeigen eine erkennbare Richtung hin zu mehr Zugang/Gebührenfreiheit (Linke alle drei Dimensionen, SPD Gebührenfreiheit für Vereins-, Kita- und Schulschwimmen); die CDU kündigt dagegen nur eine unkonkretisierte Revision der Bäder-Unternehmensführung an, deren Richtung die Synthese nicht erkennen lässt — daher keine tragfähige gemeinsame Richtung für alle drei positionierten Parteien.Punkte = Parteien in ihren Farben ( CDU, SPD, Grüne, Linke, AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.
Grundlage: »SPD und CDU beschränken sich auf Teilaspekte: Die SPD sichert Gebührenfreiheit für Vereins-, Kita- und Schulschwimmen zu, die CDU kündigt lediglich eine Revision der Unternehmensführung der Bäder-Betriebe an, ohne diese zu konkretisieren.«
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