Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten —
beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose.
Zur Methodik.
Bei Tariftreue und Tarifbindung trennt die Parteien vor allem der Systemzuschnitt des bestehenden Vergaberechts: SPD, Grüne und Linke bauen das bestehende Tariftreue-Regime aus – die SPD bindet alle Landesunternehmen verpflichtend an Tarifverträge und macht Ausgründungen zur Tarifflucht rückgängig, die Linke koppelt Förderungen und Vergabe konsequent an Tarifbindung samt Lohngleitklausel und Allgemeinverbindlicherklärung, die Grünen wollen ausgegliederte Landesbetriebe in die Muttergesellschaften re-integrieren und die Tariftreue bei vereinfachten Vergabeverfahren uneingeschränkt erhalten. CDU und AfD stellen dagegen das bestehende Berliner Vergabegesetz (BerlAVG) selbst infrage, ohne Tariftreue in den vorliegenden Belegen ausdrücklich zu benennen: Die CDU will es durch das Bundesvergaberecht ersetzen mit dem Ziel des Bürokratieabbaus; die AfD fordert die Aufgabe des „Berliner Sonderwegs“ eines eigenen Vergabegesetzes. Zur Tarifbindung landeseigener Unternehmen äußert sich die AfD nicht.
Muster der Positionen: Zwei Richtungen
Ausbau der Tariftreue-Bindung im Landesvergaberecht
Auflösung des eigenen Berliner Vergaberechts zugunsten des Bundesvergaberechts
CDU und AfD benennen Tariftreue in den vorliegenden Belegen nicht ausdrücklich, sondern stellen das Vergabegesetz als Ganzes infrage; zur Tarifbindung landeseigener Unternehmen äußert sich die AfD gar nicht.Punkte = Parteien in ihren Farben ( CDU, SPD, Grüne, Linke, AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.
Grundlage: »CDU und AfD stellen dagegen das bestehende Berliner Vergabegesetz (BerlAVG) selbst infrage, ohne Tariftreue in den vorliegenden Belegen ausdrücklich zu benennen.«