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Wie wollen die Parteien Sportvereine und ehrenamtliches Engagement unterstützen? — Welche Hilfen sind geplant?

Sachfrage: Vereinsförderung & Ehrenamt

Wie Sportvereine finanziell und bürokratisch unterstützt werden — Übungsleiterpauschale, Investitionsprogramme, Fördervereinbarung mit dem Landessportbund, Entbürokratisierung — und wie ehrenamtliches Engagement anerkannt wird, misst die strukturelle Unterstützung der Vereine als tragende Organisationsform des Sports. Der bundesweite Sportentwicklungsbericht 2023–2025 (Deutsche Sporthochschule Köln im Auftrag von BISp, DOSB und Landessportbünden) findet, dass 17,5 Prozent der Vereine die Existenz durch mangelnden Nachwuchs an ehrenamtlichen Vorstands- und Übungsleitungskräften gefährdet sehen — ein Anstieg gegenüber 14,6 Prozent im vorangegangenen Bericht. Bundesweit engagieren sich rund zwei Millionen Menschen in festen ehrenamtlichen Funktionen in Sportvereinen; der Landessportbund Berlin beziffert das Berliner Engagement auf rund 60.000 Freiwillige in seinen etwa 2.300 Mitgliedsvereinen. Strittig sind Höhe und Ausgestaltung öffentlicher Förderinstrumente sowie der Bürokratieabbau bei deren Beantragung.

Forschungsstand & Quellen

Breuer, Feiler, Rossi (Deutsche Sporthochschule Köln), »Sportentwicklungsbericht 2023/2025 — Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland«, im Auftrag von Bundesinstitut für Sportwissenschaft, DOSB und Landessportbünden.

Was die Parteien dazu sagen

CDU

substanziell

»enge Zusammenarbeit mit diesen Partnern als Dachorganisationen des Berliner Sports und zentralen Partnern für Vereine, Ehrenamt und sportliche Infrastruktur stärken« Beleg ↗
»Engagement stärker anerkennen, bürokratische Hürden abbauen und Förderverfahren vereinfachen ... Hauptamtliche Ansprechpartner, klare Zuständigkeiten, bedarfsgerechte Beratung und einfache Förderprogramme« Beleg ↗
»Planungssicherheit schaffen und bürokratische Hindernisse abbauen, damit Vereine ihre Anlagen langfristig betreiben können« Beleg ↗
»Sportvereine bei der Digitalisierung und beim Einsatz Künstlicher Intelligenz unterstützen« Beleg ↗

Das Programm nennt mehrere Instrumente zur strukturellen Vereinsunterstützung: Bürokratieabbau, vereinfachte Förderverfahren, hauptamtliche Ansprechpartner, Planungssicherheit für Vereinsanlagen und Digitalisierungsförderung. Eine Übungsleiterpauschale oder eine explizite Fördervereinbarung mit dem Landessportbund wird nicht beziffert, der übrige Instrumentgehalt ist aber substanziell.

SPD

substanziell

»Sportstätten stellen wir Vereinen weiterhin gebührenfrei zur Verfügung.« Beleg ↗
»Wir führen unbürokratische Instandhaltungsbudgets für Vereine ein. Diese können selbstbestimmt und ohne komplizierte Antragsverfahren genutzt werden.« Beleg ↗
»Das Vereinsinvestitionsprogramm entbürokratisieren wir und stärken es finanziell.« Beleg ↗
»Die Fördervereinbarung mit dem Landessportbund wollen wir nach 2029 fortführen.« Beleg ↗

Das Programm benennt konkrete finanzielle und bürokratische Fördermaßnahmen für Vereine: gebührenfreie Sportstätten, unbürokratische Instandhaltungsbudgets, ein entbürokratisiertes und finanziell gestärktes Vereinsinvestitionsprogramm sowie die Fortführung der Fördervereinbarung mit dem Landessportbund. Eine eigene, über allgemeine Vereinsförderung hinausgehende Würdigung ehrenamtlichen Engagements fehlt.

Bündnis 90/Die Grünen

substanziell

»Dazu wollen wir die Sportanlagen-Nutzungsvorschriften (SPAN) so ändern, dass Vereine mit entsprechendem Angebot künftig eine bessere Chance auf Trainingszeiten erhalten.« Beleg ↗
»Die Vergabe der Sportstätten soll gerecht, digital und transparent nachvollziehbar sein.« Beleg ↗
»Perspektivisch soll die Vergütung von Übungsleiter*innen im Kinder-, Jugend- und Inklusionssport auf 20 bis 25 Euro pro Stunde steigen.« Beleg ↗
»Deswegen wollen wir die Fördervereinbarung zwischen dem Land Berlin und dem Landessportbund Berlin so ändern, dass die Mitgliedszahlen, die für eine Förderung benötigt werden, deutlich sinken.« Beleg ↗

Das Programm nennt mehrere konkrete Regelungsinstrumente zur strukturellen Unterstützung von Vereinen und Ehrenamt: Änderung der Sportanlagen-Nutzungsvorschriften zugunsten von Vereinen, eine gerechte, digitale und transparente Vergabe der Sportstätten, eine bezifferte Anhebung der Übungsleiter-Vergütung sowie eine niedrigschwelligere Fördervereinbarung mit dem Landessportbund.

Die Linke

substanziell

»werden wir die Übungsleiterpauschale spürbar anheben und die Digitalisierung vorantreiben, um das Ehrenamt von Bürokratie zu entlasten« Beleg ↗
»Die Fördervereinbarung mit dem Landessportbund schreiben wir fort … Das Vereinsinvestitionsprogramm werden wir finanziell aufstocken und entbürokratisieren.« Beleg ↗
»einen ergänzenden Fonds auflegen, der direkt in die Basis des Breitensports investiert, insbesondere zur Sicherung von Personal und zur Instandhaltung der Infrastruktur« Beleg ↗

Das Programm nennt konkrete Förderinstrumente für Vereine und Ehrenamt: Anhebung der Übungsleiterpauschale, Fortschreibung der Fördervereinbarung mit dem Landessportbund, Aufstockung und Entbürokratisierung des Vereinsinvestitionsprogramms sowie einen zusätzlichen Fonds zur Personal- und Infrastruktursicherung. Damit ist die Sachfrage nach finanzieller wie bürokratischer Unterstützung substanziell beantwortet.

AfD

fehlt

Das Programm der AfD nennt keine Instrumente der Vereinsförderung — etwa Übungsleiterpauschale, Investitionsprogramme oder Entbürokratisierung — und äußert sich nicht zur Anerkennung ehrenamtlichen Engagements.

Was die Unterschiede praktisch bedeuten

Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten — beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose. Zur Methodik.

Bei der Vereinsförderung setzen Linke, SPD, CDU und Grüne übereinstimmend auf Entbürokratisierung und Förderinstrumente, unterscheiden sich aber im Grad der Bezifferung. Allein die Grünen beziffern konkret: eine Zielspanne von 20 bis 25 Euro pro Stunde für die Übungsleiter-Vergütung und eine gesenkte Mitgliedszahl-Schwelle der Fördervereinbarung mit dem Landessportbund. Die Linke kündigt eine spürbare Anhebung der Übungsleiterpauschale ohne Zahlenangabe an, ergänzt um die Fortschreibung der Fördervereinbarung mit dem Landessportbund und die Aufstockung des Vereinsinvestitionsprogramms. SPD und CDU setzen auf unbürokratische Verfahren — die SPD mit einem antragsfreien Instandhaltungsbudget, die CDU mit hauptamtlichen Ansprechpartnern und vereinfachten Förderverfahren —, ohne eigene Beträge zu nennen. Das Programm der AfD enthält zur Vereinsförderung oder Anerkennung ehrenamtlichen Engagements keine Aussage.

Muster der Positionen: Gleiche Richtung

Gemeinsame Richtung: Entbürokratisierung und Ausbau der Vereinsförderung — wie verbindlich legen sich die Programme fest?

Absichtserklärung
Festgelegt: Instrument, Zahl und Termin

SPD und Grüne legen sich mit Termin bzw. Betrag fest (Fortführung nach 2029, 20 bis 25 Euro pro Stunde), CDU und Linke benennen ihre Instrumente ohne Zahl oder Termin.Ohne Aussage: AfDAllein die Grünen beziffern konkrete Beträge (Übungsleiter-Vergütung, gesenkte Mitgliedsschwelle); Linke, SPD und CDU setzen auf unbezifferte Instrumente wie Pauschalenanhebung, Instandhaltungsbudget oder vereinfachte Förderverfahren.Stufen: Absicht · Instrument benannt · Instrument + Zahl oder Termin · Instrument + Zahl und Termin. Verbindlich heißt: festgelegt — nicht: besser.Punkte = Parteien in ihren Farben ( CDU,  SPD,  Grüne,  Linke,  AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.

Grundlage: »Bei der Vereinsförderung setzen Linke, SPD, CDU und Grüne übereinstimmend auf Entbürokratisierung und Förderinstrumente, unterscheiden sich aber im Grad der Bezifferung.«

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