Wahlkompass Berlin

ThemenfelderLandwirtschaft

Wie wollen die Parteien den ökologischen Landbau fördern? — Was tun sie für regionale Lebensmittel?

Sachfrage: Ökologischer Landbau, regionale Wertschöpfung und urbane Landwirtschaft

Es geht um den Anteil des ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlichen Gesamtfläche, um Förderinstrumente für die Umstellung sowie um die Rolle regionaler Lieferketten, Direktvermarktung und landeseigener bzw. urbaner Anbauflächen für Ernährungssicherheit und Umweltschutz. Bundesweit wurden 2024/25 rund 11,5 bis 11,7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet, bei einem von der Bundesregierung formulierten Ziel von 30 Prozent bis 2030 – ein Ausbautempo, das nach Einschätzung der Fachbehörden bislang deutlich hinter diesem Ziel zurückbleibt. Im Stadtstaat Berlin, wo landwirtschaftliche Fläche knapp und kleinteilig ist, waren Ende 2024 rund 410 Hektar nach EU-Ökoverordnung zertifiziert, verteilt auf vergleichsweise kleine Betriebe unter 50 Hektar, dazu rund 970 registrierte Bio-Unternehmen entlang Verarbeitung und Handel. Politisch strittig ist, ob Ausbauziele für den Ökolandbau verbindlich beziffert, Förderinstrumente für Regionalvermarktung ausgebaut und landeseigene Flächen gezielt auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt werden sollen, oder ob Marktmechanismen und freiwillige Anreize als ausreichend gelten.

Forschungsstand & Quellen

Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo), Statistik »Ökolandbau in Berlin« (Stand 31.12.2024); Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung/BMEL-Statistik, »Struktur des Öko-Landbaus« (2024/2025).

Was die Parteien dazu sagen

CDU

fehlt

Keine Fundstelle behandelt ökologischen Landbau, Ökoflächen-Anteil, Regionalvermarktung oder urbane Landwirtschaft. Geprüfte Suchbegriffe: ökologischer Landbau, Bio, Ökofläche, Regionalvermarktung, urbane Landwirtschaft — keine Treffer.

SPD

fehlt

Keine Fundstelle erwähnt ökologischen Landbau, Ökoflächenanteile, Umstellungsförderung, Direktvermarktung oder urbane Landwirtschaftsflächen; das Programm äußert sich zu dieser Sachfrage nicht.

Bündnis 90/Die Grünen

substanziell

»Stadtgüter sollen Schritt für Schritt vollständig auf ökologische Landwirtschaft umstellen.« Beleg ↗
»Wir fördern urbane Landwirtschaft und starke regionale Lieferketten, um Ernährungssicherheit zu stärken und die Umwelt zu schützen.« Beleg ↗
»Stärkung der Direktvermarktung bio-regionaler Produkte, insbesondere aus Brandenburg, in der Hauptstadtregion« Beleg ↗
»Die Berliner Ernährungsstrategie entwickeln wir weiter … hin zu mehr Regionalität, fairer Wertschöpfung und gesunder Gemeinschaftsverpflegung.« Beleg ↗

Das Programm positioniert sich klar: vollständige Umstellung der Stadtgüter auf Ökolandbau, Förderung urbaner Landwirtschaft und regionaler Lieferketten, Stärkung der Direktvermarktung bio-regionaler Produkte sowie Weiterentwicklung der Berliner Ernährungsstrategie hin zu mehr Regionalität. Kein beziffertes Flächenziel, aber mehrere benannte Instrumente mit klarer Richtung.

Die Linke

teilweise

»öffentliche und private Kleingartenflächen sowie Gemeinschaftsgärten daher durch ein Gesetz sichern sowie durch den Flächennutzungsplan und Bebauungspläne dauerhaft erhalten und ausbauen« Beleg ↗

Die Linke will Kleingarten- und Gemeinschaftsgartenflächen per Gesetz sichern und ausbauen – das berührt nur den Teilaspekt urbaner Anbauflächen. Zum Flächenanteil des Ökolandbaus, zu Umstellungsförderung oder zu regionalen Lieferketten sagt das Programm nichts, sodass die Sachfrage nur in einem Teilaspekt beantwortet ist.

AfD

fehlt

Das Programm der AfD äußert sich nicht zu ökologischem Landbau, Förderinstrumenten für die Umstellung, regionalen Lieferketten/Direktvermarktung oder landeseigenen bzw. urbanen Anbauflächen; die vorhandenen Aussagen zu Grünflächen behandeln Grünflächenpflege, Flächenverbrauch und Wasserwirtschaft, nicht Landwirtschaft im engeren Sinn.

Was die Unterschiede praktisch bedeuten

Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten — beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose. Zur Methodik.

Beim ökologischen Landbau und der regionalen Wertschöpfung reicht die Spannweite von einem mehrteiligen Instrumentenpaket bis zur vollständigen Leerstelle. Die Grünen wollen die landeseigenen Stadtgüter vollständig auf Ökolandbau umstellen, urbane Landwirtschaft und regionale Lieferketten fördern, die Direktvermarktung bio-regionaler Produkte stärken und die Berliner Ernährungsstrategie weiterentwickeln – ohne ein beziffertes Flächenziel. Die Linke berührt nur einen Teilaspekt: Sie sichert und baut Kleingarten- und Gemeinschaftsgartenflächen über Gesetz und Flächennutzungsplan aus, ohne sich zu Ökolandbau-Flächenanteil, Umstellungsförderung oder Direktvermarktung zu äußern. CDU, SPD und AfD enthalten zu dieser Sachfrage keine Aussage.

Muster der Positionen: Verschiedene Ansätze

Die Programme weisen weder in eine gemeinsame noch in zwei entgegengesetzte Richtungen — sie setzen an verschiedenen Stellen an.

Ohne Aussage: CDU, SPD, AfDPunkte = Parteien in ihren Farben ( CDU,  SPD,  Grüne,  Linke,  AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.

Grundlage: »Die Linke berührt nur einen Teilaspekt: Sie sichert und baut Kleingarten- und Gemeinschaftsgartenflächen über Gesetz und Flächennutzungsplan aus, ohne sich zu Ökolandbau-Flächenanteil, Umstellungsförderung oder Direktvermarktung zu äußern.«

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