Ob und wie Zuwanderung zu Steuer- und Sozialversicherungsaufkommen beiträgt bzw. diese belastet — abhängig stark von Alters-/Qualifikationsstruktur und Aufenthaltsdauer; die Forschung zeigt kurzfristige Kosten (v. a. bei humanitärer Zuwanderung) neben mittel-/langfristig positiven Effekten bei Arbeitsmarktintegration.
Forschungsstand & Quellen
Stiftung Marktwirtschaft, »Ehrbarer Staat? Fokus Migration — Zur fiskalischen Bilanz der Zuwanderung« (2025), generationenbilanz-basiert; DIW Berlin, »Migranten sind kein finanzieller Verlust für Deutschland«; Mediendienst Integration, »Was Migration den Sozialstaat kostet — und was sie bringt«.
Das Programm der CDU äußert sich nicht zum Beitrag von Zuwanderung zum Steueraufkommen oder zur Sozialversicherung. Eine Passage zu EU-Freizügigkeit und Sozialleistungen behandelt im Programm die Frage des Zugangs, nicht die fiskalischen Effekte von Zuwanderung.
SPD
nur erwähnt
»Migration hat unseren Wirtschaftsstandort stark gemacht.« Beleg ↗
Die SPD behauptet einen allgemeinen wirtschaftlichen Nutzen von Migration – ›Migration hat unseren Wirtschaftsstandort stark gemacht‹ –, ohne Steueraufkommen oder Sozialversicherungsbeiträge zu benennen. Die Aussage bleibt eine unspezifische Standortbehauptung ohne Kennzahl oder konkretes Instrument.
Bündnis 90/Die Grünen
fehlt
Das Programm der Grünen begründet den erleichterten Arbeitsmarktzugang für Zugewanderte humanitär und arbeitsmarktpolitisch, nennt aber kein Steuer- oder Sozialversicherungsaufkommen im Zusammenhang mit Zuwanderung.
Die Linke
fehlt
Keine der vorliegenden Fundstellen spricht Steueraufkommen, Sozialversicherungsbeiträge oder fiskalische Kosten/Erträge von Zuwanderung an. Das Programm rahmt Migration durchgehend menschenrechtlich-verteilungspolitisch, nie fiskalisch.
AfD
nur ablehnend
»Die Folgen dieser Fehlentwicklung sind eine zunehmende gesellschaftliche Zersplitterung und eine Überlastung der Sozialsysteme durch Armutseinwanderer.« Beleg ↗
»Eine vollständige Kostentransparenz der Asylpolitik auf Landes- und Bezirksebene.« Beleg ↗
Das Programm behandelt die Fiskalfrage ausschließlich als Kostenlast durch 'Armutseinwanderer' und fordert lediglich Kostentransparenz der Asylpolitik. Eine Auseinandersetzung mit der Evidenz zu mittel- bis langfristig positiven fiskalischen Effekten bei Arbeitsmarktintegration oder eine Differenzierung nach Alters-/Qualifikationsstruktur fehlt vollständig.
Was die Unterschiede praktisch bedeuten
Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten —
beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose.
Zur Methodik.
Bei den fiskalischen Effekten der Zuwanderung trennt die Parteien vor allem, ob sie das Thema überhaupt in Begriffen von Kosten und Nutzen verhandeln. CDU, Grüne und Linke äußern sich zu Steueraufkommen oder Sozialversicherungsbeiträgen nicht; ihre migrationspolitischen Aussagen sind arbeitsmarkt- bzw. menschenrechtlich, nicht fiskalisch begründet. SPD und AfD thematisieren die Fiskalfrage, aber jeweils unspezifisch: Die SPD behauptet einen allgemeinen wirtschaftlichen Nutzen ohne Kennzahl oder Instrument, die AfD rahmt Zuwanderung ausschließlich als Kostenlast durch »Armutseinwanderer« und fordert Kostentransparenz der Asylpolitik. Keine der fünf Parteien setzt sich mit der differenzierten Befundlage zu kurzfristigen Kosten und mittel- bis langfristig positiven Effekten bei Arbeitsmarktintegration auseinander.
Muster der Positionen: Zu wenige Positionen für ein Muster
Ohne Aussage: CDU, SPD, Grüne, LinkePunkte = Parteien in ihren Farben ( CDU, SPD, Grüne, Linke, AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.
Grundlage: »Bei den fiskalischen Effekten der Zuwanderung trennt die Parteien vor allem, ob sie das Thema überhaupt in Begriffen von Kosten und Nutzen verhandeln.«
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