CDU
fehlt
Das Programm der CDU thematisiert die Vielfalt der Familienformen — Alleinerziehende, Patchwork- und Regenbogenfamilien — nicht; ein Abschnitt mit dem Titel ›Verantwortung in Vielfalt‹ handelt tatsächlich nur von Veranstaltungsförderung.
Themenfelder › Familie ›
Sachfrage: Vielfalt der Familienformen als demografische Realität
Familien in Deutschland sind statistisch zunehmend vielfältig: klassische Kernfamilie, Alleinerziehende, Patchwork-Familien, Mehrgenerationenhaushalte und gleichgeschlechtliche Elternschaften (Regenbogenfamilien) existieren nebeneinander; der Anteil der Bevölkerung, der in Familien im klassischen Sinn lebt, sinkt, während der Anteil alternativer Familienformen wächst — eine demografische Tatsache unabhängig von deren normativer Bewertung.
Statistisches Bundesamt (Destatis), Mikrozensus 2023/2024: »49 % der Bevölkerung leben in Familien – Anteil gesunken« (Zahl der Woche, 14.05.2024) sowie die laufende Mikrozensus-Erhebung zu Haushalten und Familien, die Ehepaare, Lebensgemeinschaften (auch gleichgeschlechtlich) und Alleinerziehende einheitlich als Familienformen erfasst.
fehlt
Das Programm der CDU thematisiert die Vielfalt der Familienformen — Alleinerziehende, Patchwork- und Regenbogenfamilien — nicht; ein Abschnitt mit dem Titel ›Verantwortung in Vielfalt‹ handelt tatsächlich nur von Veranstaltungsförderung.
teilweise
»Landesprogramm zur anteiligen Unterstützung durch haushaltsnahe Hilfen für Alleinerziehende« Beleg ↗
»Queere Perspektiven in Bildung, Jugend und Familie verankern wir gesetzlich« Beleg ↗
Das Programm der SPD nimmt einzelne Familien- und Lebensformen jenseits der Kernfamilie in den Blick, etwa mit einem Landesprogramm für haushaltsnahe Hilfen für Alleinerziehende und der gesetzlichen Verankerung queerer Perspektiven in Bildung, Jugend und Familie. Die Vielfalt der Familienformen als demografische Frage insgesamt benennt das Programm nicht.
substanziell
»Familie ist da, wo Menschen generationenübergreifend Verantwortung füreinander übernehmen.« Beleg ↗
Mit der funktionalen Familiendefinition (Verantwortungsübernahme statt rechtlicher Form) positioniert sich das Programm klar zur Vielfalt der Familienformen. Der zuvor mitgeführte Beleg zur diskriminierungsfreien Zugänglichkeit benennt keine konkrete Familienform und beantwortet eine allgemeine Gleichbehandlungsfrage, nicht die Sachfrage zur Familienvielfalt, und wird gestrichen.
teilweise
»Dies werden wir ändern und außerdem alle Pflegekinderfamilien anderen Familien wirtschaftlich gleichstellen.« Beleg ↗
»Die Linke will bestehende Landesprogramme für Alleinerziehende fortführen und ausbauen« Beleg ↗
Das Programm adressiert einzelne nicht-klassische Familienformen — Pflegefamilien und Alleinerziehende — mit eigenen Gleichstellungs- bzw. Förderinstrumenten und erkennt sie damit implizit als reale, förderwürdige Lebensform an. Eine explizite demografische Einordnung der Vielfalt der Familienformen insgesamt (Patchwork, Mehrgenerationenhaushalte, Regenbogenfamilien, Anteilsentwicklung) fehlt; geprüft wurden 'Familienformen', 'Vielfalt', 'Regenbogenfamilie', 'Patchwork', 'Mehrgeneration' ohne entsprechenden Treffer.
teilweise
»Die Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kindern, ist die Keimzelle unserer Gesellschaft und muss vom Staat geschützt und gefördert werden.« Beleg ↗
»Das gilt insbesondere für alleinerziehende Mütter und Väter sowie deren Kinder, für Patchworkfamilien sowie für Pflege- und Adoptivfamilien.« Beleg ↗
Das Programm erkennt Alleinerziehende, Patchwork-, Pflege- und Adoptivfamilien ausdrücklich als Zielgruppen an, rahmt die Familie aus Vater, Mutter und Kindern aber als normative 'Keimzelle'. Regenbogenfamilien und die demografische Verschiebung der Anteile klassischer versus alternativer Familienformen kommen an keiner Stelle vor.
Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten — beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose. Zur Methodik.
Bei der Vielfalt der Familienformen trennt die Parteien der Grad, in dem sie diese als gegebene Realität statt als zu bewertende Ausnahme behandeln. Die Grünen definieren Familie funktional über Verantwortungsübernahme, unabhängig von ihrer rechtlichen Form. SPD und Linke adressieren jeweils mehrere einzelne Familienformen mit eigenen Instrumenten, ohne eine übergreifende Einordnung vorzunehmen: die SPD queere Familien und Alleinerziehende, die Linke Pflegefamilien und Alleinerziehende. Die AfD erkennt Alleinerziehende, Patchwork-, Pflege- und Adoptivfamilien als Zielgruppen an, rahmt zugleich aber die Familie aus Vater, Mutter und Kindern als zu schützende „Keimzelle"; Regenbogenfamilien kommen in ihrem Programm nicht vor. Die CDU äußert sich zur Frage nicht. Auf die demografische Verschiebung der Anteile klassischer und alternativer Familienformen bezieht sich keines der fünf Programme.
Muster der Positionen: Verschiedene Ansätze
Ohne Aussage: CDUDie Synthese beschreibt einen Grad-Unterschied darin, ob Familienvielfalt als gegebene Realität oder als zu bewertende Ausnahme behandelt wird, keinen klaren Richtungsgegensatz: Nur die Grünen formulieren eine übergreifende, funktionale Familiendefinition unabhängig von der Rechtsform; SPD und Linke adressieren einzelne Familienformen instrumentell, ohne eine übergreifende Einordnung vorzunehmen; die AfD erkennt mehrere Familienformen als Zielgruppen an, ordnet zugleich die Kernfamilie als „Keimzelle" voran und lässt Regenbogenfamilien aus; die CDU äußert sich nicht.Punkte = Parteien in ihren Farben ( CDU, SPD, Grüne, Linke, AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.
Grundlage: »Bei der Vielfalt der Familienformen trennt die Parteien der Grad, in dem sie diese als gegebene Realität statt als zu bewertende Ausnahme behandeln.«
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