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Was planen die Parteien bei Kindergeld, Freibeträgen und Ehegattensplitting?

Sachfrage: Finanzielle und steuerliche Familienförderung

Familien werden in Deutschland über ein Nebeneinander direkter Transfers (Kindergeld) und steuerlicher Instrumente (Kinderfreibetrag, Ehegattensplitting) entlastet; die Verteilungswirkung dieser Instrumente ist empirisch untersucht und unterscheidet sich deutlich — Freibeträge begünstigen ab einem zu versteuernden Familieneinkommen von rund 85.000 Euro stärker als das Kindergeld, während einkommensschwache Familien überproportional vom Kindergeld profitieren. Eine geplante, dann verworfene Kindergrundsicherung wurde von Forschung als Instrument zur gezielten Armutsreduktion modelliert. Politisch strittig ist, ob Förderung pauschal an alle Familien geht oder gezielt an einkommensschwache, und ob bestehende Steuerinstrumente reformiert werden sollen.

Forschungsstand & Quellen

Tom Krebs, Martin Scheffel (im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung/WSI, dokumentiert bei DIW Berlin), »Auswirkungen der Kindergrundsicherung auf Armut, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum« (2024); diw-econ, Kurzexpertise für die AWO, »Wer profitiert vom Steuerfreibetrag für Bildung, Erziehung und Ausbildung?«.

Was die Parteien dazu sagen

CDU

substanziell

»bessere finanzielle Absicherung durch höhere steuerliche Entlastungen, eine gerechtere Anrechnung des Kindergeldes und verbesserte Wohngeldregelungen« Beleg ↗

Das Programm fordert auf Bundesebene höhere steuerliche Entlastungen, eine gerechtere Kindergeld-Anrechnung und verbesserte Wohngeldregelungen und positioniert sich damit konkret zur finanziellen Familienförderung; zur Grundsatzfrage pauschale versus zielgerichtete Förderung oder zu Kinderfreibetrag/Ehegattensplitting im Speziellen bleibt es unbestimmt.

SPD

fehlt

Das Programm der SPD äußert sich nicht zu Kindergeld, Freibeträgen oder Ehegattensplitting; die genannten Familienleistungen (Familienpass, Ticket-Ausweitung) betreffen andere Bereiche der Familienförderung.

Bündnis 90/Die Grünen

teilweise

»Ein erster Schritt ist die automatische Gewährung von Kinder- und Elterngeld ab der Geburt nach dem Hamburger Modell „Kinderleicht zum Kindergeld“.« Beleg ↗
»Bisher sind Eltern viel zu sehr in der Holschuld: bei der Beantragung des Elterngelds, des Kita- oder Hortgutscheins...« Beleg ↗

Das Programm adressiert Kindergeld/Elterngeld nur unter dem Aspekt der administrativen Zugänglichkeit (automatische Vergabe statt Antragstellung), nicht unter dem Aspekt der Verteilungswirkung von Kindergeld versus Kinderfreibetrag/Ehegattensplitting oder der Frage pauschaler versus gezielter Förderung. Zu Kinderfreibetrag, Ehegattensplitting oder Kindergrundsicherung findet sich kein Treffer; die Sachfrage wird damit nur am Rande beantwortet.

Die Linke

teilweise

»Die Einführung einer Kindergrundsicherung auf Bundesebene ist gescheitert. Wir werden uns über den Bundesrat für eine echte, armutsfeste Kindergrundsicherung starkmachen.« Beleg ↗

Das Programm positioniert sich mit einem konkreten Instrument — einer Bundesrats-Initiative für eine armutsfeste Kindergrundsicherung — für gezielte statt pauschale Familienförderung. Eine Auseinandersetzung mit der Verteilungswirkung von Kindergeld, Kinderfreibetrag oder Ehegattensplitting bzw. deren Reform fehlt; geprüft wurden 'Kinderfreibetrag', 'Ehegattensplitting', 'Kindergeld' ohne weiteren Treffer.

AfD

teilweise

»Die AfD will ein steuerliches Familiensplitting zusätzlich zum Kindergeld einführen.« Beleg ↗

Das Programm der AfD will ein steuerliches Familiensplitting zusätzlich zum Kindergeld einführen und positioniert sich damit zur Frage der Familienförderung. Die Verteilungswirkung sowie eine Reform von Freibeträgen oder Ehegattensplitting diskutiert es nicht.

Was die Unterschiede praktisch bedeuten

Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten — beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose. Zur Methodik.

Bei Kindergeld, Freibeträgen und Ehegattensplitting trennt die Parteien, ob sie auf pauschale steuerliche Entlastung oder auf gezielte, armutsorientierte Förderung setzen. Die CDU fordert auf Bundesebene höhere steuerliche Entlastungen und eine gerechtere Kindergeld-Anrechnung, ohne sich auf ein konkretes Instrument festzulegen. Die AfD schlägt ein zusätzliches Familiensplitting neben dem Kindergeld vor. Die Linke setzt dagegen auf eine armutsfeste Kindergrundsicherung, für die sie sich über den Bundesrat einsetzen will. Die Grünen adressieren Kindergeld und Elterngeld nur unter dem Aspekt der administrativen Zugänglichkeit — automatische statt beantragte Vergabe. Die SPD enthält zur Verteilungsfrage keine Aussage; keines der fünf Programme diskutiert die im Forschungsstand belegte Verteilungswirkung von Freibeträgen gegenüber Kindergeld.

Muster der Positionen: Zwei Richtungen

pauschale steuerliche Entlastung
gezielte armutsorientierte Förderung

Die AfD schlägt mit einem zusätzlichen Familiensplitting ein konkretes Instrument pauschaler steuerlicher Entlastung vor, die CDU bleibt bei einer allgemeinen Forderung nach mehr Entlastung, und die Linke setzt stattdessen auf eine gezielte, armutsfeste Kindergrundsicherung. Grüne: äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage — Die Grünen adressieren Kindergeld und Elterngeld nur unter dem Aspekt der administrativen Zugänglichkeit — automatische statt beantragte Vergabe.Ohne Aussage: SPDDie CDU legt sich nicht auf ein konkretes Instrument fest, die AfD schlägt konkret ein zusätzliches Familiensplitting vor; die Grünen äußern sich nur zur administrativen Zugänglichkeit (automatische Vergabe), nicht zur Verteilungsfrage selbst.Reihenfolge nach Programmtext, keine Abstände.Punkte = Parteien in ihren Farben ( CDU,  SPD,  Grüne,  Linke,  AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.

Grundlage: »Bei Kindergeld, Freibeträgen und Ehegattensplitting trennt die Parteien, ob sie auf pauschale steuerliche Entlastung oder auf gezielte, armutsorientierte Förderung setzen.«

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