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Was sagen die Parteien zur Länge und Verteilung der Arbeitszeit? — Etwa zur Vier-Tage-Woche oder Sonntagsöffnung?

Sachfrage: Arbeitszeitdauer und -verteilung

Wie lang und wie verteilt Arbeitszeit sein soll — etwa Wochenarbeitszeitverkürzung ohne Lohneinbußen (Vier-Tage-Woche), Regelung der Sonntagsöffnung im Einzelhandel, zusätzliche Feiertage oder flexible, familienfreundliche Schichtmodelle in Landesunternehmen. Ein deutschlandweites Pilotprojekt zur Vier-Tage-Woche (2024, 45 Organisationen, begleitet von der Universität Münster) fand bei unveränderter Aufgabenlast stabile bis leicht gestiegene Umsätze und Erträge, verbesserte Gesundheitswerte der Beschäftigten sowie in drei Vierteln der Organisationen eine gestiegene Arbeitgeberattraktivität; zwei Jahre nach Projektende hielten rund 70 % der teilnehmenden Arbeitgeber am reduzierten Modell fest. Strittig sind Übertragbarkeit auf personalintensive, schichtgebundene Bereiche des öffentlichen Dienstes und die Frage der Lohnfortzahlung bei verkürzter Arbeitszeit.

Forschungsstand & Quellen

Universität Münster (wissenschaftliche Begleitung), Pilotprojekt »4-Tage-Woche« in Deutschland, organisiert von Intraprenör und 4 Day Week Global (2024), Ergebnisbericht.

Was die Parteien dazu sagen

CDU

substanziell

»Wir stehen für eine rechtssichere Gestaltung der Sonntagsöffnung und setzen uns dafür ein, dass die gesetzlich möglichen acht verkaufsoffenen Sonntage auch tatsächlich stattfinden.« Beleg ↗

Die CDU bezieht mit einem konkreten Instrument Position: Sie will die gesetzlich möglichen acht verkaufsoffenen Sonntage rechtssicher ausschöpfen. Zu Wochenarbeitszeitverkürzung, einer Vier-Tage-Woche, zusätzlichen Feiertagen oder Schichtmodellen in Landesunternehmen sagt das Programm dagegen nichts.

SPD

fehlt

Zur Länge und Verteilung der Arbeitszeit — etwa Vier-Tage-Woche, Sonntagsöffnung im Einzelhandel, zusätzliche Feiertage oder Schichtmodelle — findet sich im Programm der SPD keine Aussage.

Bündnis 90/Die Grünen

substanziell

»Schon heute erproben viele Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle, um ihren Personalbedarf besser zu decken. Wir Grüne wollen, dass die landeseigenen Unternehmen und die Berliner Verwaltung hier eine Vorreiterrolle übernehmen – und damit ihre Attraktivität als Arbeitgeber*innen deutlich steigern.« Beleg ↗
»Personaloffensive … mit … familienfreundlichen Schichtplänen …« Beleg ↗
»Produktivitätsgewinne durch Künstliche Intelligenz … sollen den Beschäftigten zugutekommen, z. B. durch kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich« Beleg ↗

Das Programm positioniert sich für flexible, familienfreundliche Arbeitszeit- und Schichtmodelle mit Vorreiteranspruch für landeseigene Unternehmen und Verwaltung und verknüpft KI-bedingte Produktivitätsgewinne ausdrücklich mit kürzeren Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich – nah am Vier-Tage-Woche-Prinzip. Eine explizite Vier-Tage-Woche, Sonntagsöffnungsregelung oder zusätzliche Feiertage werden nicht benannt, der eigenständige Positionsgehalt zur Arbeitszeitverteilung bleibt aber vorhanden.

Die Linke

substanziell

»Wir wollen die Wochenarbeitszeit der arbeitenden Menschen ohne Lohneinbußen reduzieren und dafür sorgen, dass sie von dem Reichtum, den sie produzieren, ein größeres Stück abbekommen.« Beleg ↗
»Wir werden deshalb mindestens einen weiteren gesetzlichen Feiertag einführen.« Beleg ↗
»Eine Aufweichung des Verbots der Sonntagsöffnung für den Einzelhandel insbesondere durch digitale Kleinstsupermärkte lehnen wir ab, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage wollen wir reduzieren.« Beleg ↗
»Darum setzen wir uns dafür ein, dass die Reinigung in öffentlichen Gebäuden tagsüber und in durchgehenden Schichten erfolgt.« Beleg ↗

Das Programm positioniert sich mit einer Wochenarbeitszeitverkürzung ohne Lohneinbußen als Grundsatzziel, ergänzt um konkrete Einzelmaßnahmen: ein zusätzlicher gesetzlicher Feiertag, eine restriktivere Sonntagsöffnungs-Regelung im Einzelhandel sowie tagsüber durchgehende Schichten für Reinigungskräfte in öffentlichen Gebäuden als Beispiel familienfreundlicherer Schichtgestaltung.

AfD

fehlt

Das Programm der AfD äußert sich nicht zur Länge oder Verteilung der Arbeitszeit – weder zur Vier-Tage-Woche noch zur Sonntagsöffnung, zu zusätzlichen Feiertagen oder zu Schichtmodellen.

Was die Unterschiede praktisch bedeuten

Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten — beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose. Zur Methodik.

Bei Länge und Verteilung der Arbeitszeit trennt die Parteien, ob sie bei der Wochenarbeitszeit und den Feiertagen ansetzen oder bei der Sonntagsöffnung im Einzelhandel — und dort in welche Richtung. Die CDU will die bereits gesetzlich möglichen acht verkaufsoffenen Sonntage rechtssicher durchsetzen; zu Wochenarbeitszeit, Feiertagen oder Schichtmodellen enthält ihr Programm keine Aussage. Die SPD und die AfD äußern sich zur Arbeitszeitdauer und -verteilung insgesamt nicht. Die Grünen verknüpfen KI-bedingte Produktivitätsgewinne mit kürzeren Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich und setzen auf flexible, familienfreundliche Schichtmodelle in landeseigenen Unternehmen, ohne eine bezifferte Vier-Tage-Woche zu benennen. Die Linke fordert eine Wochenarbeitszeitverkürzung ohne Lohneinbußen und einen zusätzlichen Feiertag und positioniert sich bei der Sonntagsöffnung gegenläufig zur CDU: Statt der Durchsetzung aller acht möglichen Termine will sie deren Zahl reduzieren.

Muster der Positionen: Verschiedene Ansätze

Die Programme weisen weder in eine gemeinsame noch in zwei entgegengesetzte Richtungen — sie setzen an verschiedenen Stellen an.

Ohne Aussage: SPD, AfDDie drei positionierten Parteien setzen an unterschiedlichen Instrumenten an: CDU und Linke stehen sich nur bei der Sonntagsöffnung gegenläufig gegenüber (Durchsetzung aller acht Termine vs. Reduzierung), während die Grüne Position zu Wochenarbeitszeit/Schichtmodellen dazu keinen Bezug herstellt — keine einheitliche Gruppierung über alle drei Parteien möglich.Punkte = Parteien in ihren Farben ( CDU,  SPD,  Grüne,  Linke,  AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.

Grundlage: »Bei Länge und Verteilung der Arbeitszeit trennt die Parteien, ob sie bei der Wochenarbeitszeit und den Feiertagen ansetzen oder bei der Sonntagsöffnung im Einzelhandel — und dort in welche Richtung.«

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