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ThemenfelderKultur

Was planen die Parteien zur Digitalisierung von Archiven, Bibliotheken und Museen?

Sachfrage: Digitalisierung des kulturellen Erbes

Der kulturpolitische und fachliche Diskurs zur systematischen Digitalisierung von Sammlungsbeständen (Archive, Bibliotheken, Museen) zwecks Zugänglichkeit, Bestandserhalt und Vernetzung, gebündelt u. a. in der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB): Förderbedarf, Finanzierungslücken, technische und personelle Voraussetzungen kleiner/kommunaler Einrichtungen.

Forschungsstand & Quellen

Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), das zentrale bundesweite Kultur- und Wissensportal, erhielt im Rahmen des Bundesprogramms 'NEUSTART KULTUR' rund 5,5 Mio. Euro für den nutzerorientierten Relaunch des Portals sowie zusätzliche Mittel für gezielte Digitalisierungsförderung von Kultur- und Wissenseinrichtungen; über 2 Mio. Euro standen allein für Digitalisierungsprojekte bereit. Nach Angaben der DDB gingen auf den Förderaufruf so viele Anträge ein, dass nur rund 20 % der Antragsteller (59 von deutlich mehr Bewerbern) berücksichtigt werden konnten — ein von der DDB selbst dokumentierter Beleg für den 'großen Bedarf bei Kultur- und Wissenseinrichtungen nach zielgerichteter Digitalisierungsförderung'. Förderfähig sind digitalisierungswürdige Bestände wie Druckwerke, Filme, Tonaufnahmen, bildende Kunst, Fotografien und Baudenkmäler aus Sammlungen von Kulturerbe-Einrichtungen in Deutschland. Der Befund aus der Praxis des BKM-Förderprogramms: Digitalisierung kulturellen Erbes ist ein arbeits- und kostenintensiver, strukturell unterfinanzierter Dauerauftrag, der insbesondere kleinere, kommunal getragene Einrichtungen (Regionalmuseen, Stadtarchive, Bibliotheken) vor Ressourcenprobleme stellt.

Was die Parteien dazu sagen

CDU

fehlt

Das Programm der CDU behandelt die Digitalisierung von Sammlungsbeständen, Archiven, Bibliotheken oder Museen sowie die Deutsche Digitale Bibliothek an keiner Stelle.

SPD

fehlt

Das Programm der SPD äußert sich nicht zur Digitalisierung von Archiven, Bibliotheken oder Museen; der einzige verwandte Punkt, ein KI-Hub für Green IT, betrifft die Vernetzung der Kreativwirtschaft, nicht das kulturelle Erbe.

Bündnis 90/Die Grünen

fehlt

Zur systematischen Digitalisierung von Sammlungsbeständen, zur Deutschen Digitalen Bibliothek oder zu Förderlücken kleiner und kommunaler Kultureinrichtungen bei der Digitalisierung findet sich im Programm der Grünen keine Aussage.

Die Linke

teilweise

»ein Teil der dem Land zufließenden Bundesmittel für klimaneutrale Kultureinrichtungen, digitale Archive sowie barrierefreie Museen und Theater eingesetzt wird« Beleg ↗
»Berlin als Filmmetropole ... sich stärker für die Digitalisierung des Filmerbes engagiert als bisher« Beleg ↗

Digitalisierung von Sammlungsbeständen wird zweimal berührt – als eine mögliche Verwendung von Bundesmitteln (›digitale Archive‹) und als Forderung, sich stärker für die Digitalisierung des Filmerbes zu engagieren –, aber ohne systematische Herleitung über Förderbedarf, Finanzierungslücken oder Personal/Technik kleiner Einrichtungen und ohne Bezug zur Deutschen Digitalen Bibliothek. Damit ist die Sachfrage nur in Ansätzen, nicht substanziell beantwortet.

AfD

fehlt

Die systematische Digitalisierung von Archiv-, Bibliotheks- oder Museumsbeständen (etwa im Rahmen der Deutschen Digitalen Bibliothek) wird an keiner Stelle erwähnt; das Kulturkapitel behandelt Kulturgutschutz und Denkmalschutz ausschließlich analog-materiell.

Was die Unterschiede praktisch bedeuten

Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten — beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose. Zur Methodik.

Zur Digitalisierung von Archiven, Bibliotheken und Museen äußern sich vier der fünf Programme — CDU, Grüne, SPD und AfD — nicht. Allein das Programm der Linken berührt das Thema, allerdings nur punktuell: als mögliche Verwendung von Bundesmitteln für „digitale Archive“ und als Forderung nach stärkerem Engagement bei der Digitalisierung des Filmerbes, jeweils ohne eigenes Förderprogramm, ohne Bezug auf Finanzierungslücken kleiner Einrichtungen und ohne Verweis auf die Deutsche Digitale Bibliothek. Damit bleibt die Frage nach einem systematischen Digitalisierungsprogramm bei allen fünf Parteien weitgehend unbeantwortet.

Muster der Positionen: Zu wenige Positionen für ein Muster

Ohne Aussage: CDU, SPD, Grüne, AfDPunkte = Parteien in ihren Farben ( CDU,  SPD,  Grüne,  Linke,  AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.

Grundlage: »Zur Digitalisierung von Archiven, Bibliotheken und Museen äußern sich vier der fünf Programme — CDU, Grüne, SPD und AfD — nicht.«