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ThemenfelderBildung

Was sagen die Parteien zu geschlechtergerechter Sprache in Schule und Bildung?

Sachfrage: Wissenschaftliche Befundlage zu geschlechtergerechter Sprache in Bildungskontexten

Sprachwissenschaftliche und psycholinguistische Studien untersuchen Wirkungen geschlechtergerechter Sprache auf Textverständlichkeit, kognitive Sichtbarkeit von Frauen und Berufswahlvorstellungen von Kindern und Jugendlichen. Das amtliche Sprachgremium selbst erkennt das gesellschaftliche Anliegen geschlechtergerechter Ansprache an, lehnt aber die Aufnahme von Sonderzeichen ins amtliche Regelwerk ab – eine differenzierte Position jenseits pauschaler Ablehnung oder Verpflichtung.

Forschungsstand & Quellen

Rat für deutsche Rechtschreibung, »Geschlechtergerechte Schreibung: Erläuterungen, Begründung und Kriterien« (Beschluss vom 15.12.2023): bekräftigt, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden solle, lehnt aber die Aufnahme von Genderstern, Doppelpunkt u. a. Sonderzeichen ins amtliche Rechtschreibregelwerk ab – eine abwägende Position, keine pauschale Verurteilung. Ergänzend: Studien zur Textverständlichkeit (u. a. Friedrich & Heise 2019) finden keine signifikante Verschlechterung der Lesbarkeit durch Genderformen.

Was die Parteien dazu sagen

CDU

nur ablehnend

»Schule muss sich auf das konzentrieren, was zählt: weniger Gendern, mehr Lesen, Schreiben und Rechnen.« Beleg ↗

Gendersprache kommt im Programm ausschließlich als rhetorische Abgrenzung vor (›weniger Gendern‹ als Kontrastformel zu Kernkompetenzen), ohne dass die sprachwissenschaftliche Befundlage zu Verständlichkeit, kognitiver Sichtbarkeit oder Berufswahlvorstellungen aufgegriffen oder eine differenzierte Position eingenommen wird.

SPD

fehlt

Zur wissenschaftlichen Befundlage zu geschlechtergerechter Sprache oder zur Position des Rechtschreibrats äußert sich das Programm der SPD nicht.

Bündnis 90/Die Grünen

fehlt

Zu geschlechtergerechter Sprache in Schule und Bildung äußert sich das Programm der Grünen nicht.

Die Linke

fehlt

Keine Fundstelle im Bildungsteil oder in den geprüften Nachbarfeldern thematisiert geschlechtergerechte Sprache oder deren wissenschaftliche Wirkungsforschung im Bildungskontext. Geprüfte Suchbegriffe: 'gendergerecht', 'geschlechtergerecht', 'Gendersprache', 'Sonderzeichen' – ohne Treffer.

AfD

nur ablehnend

»Die Verwendung der sogenannten Gendersprache werden wir an Schulen untersagen.« Beleg ↗

Das Programm der AfD erwähnt geschlechtergerechte Sprache in der Schule nur ablehnend und will ihre Verwendung an Schulen untersagen. Zur Position des amtlichen Rechtschreibrats oder zur Verständlichkeitsforschung äußert es sich nicht.

Was die Unterschiede praktisch bedeuten

Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten — beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose. Zur Methodik.

Zur geschlechtergerechten Sprache in Schule und Bildung äußern sich SPD, Grüne und Linke in den vorliegenden Programmen nicht. CDU und AfD positionieren sich ausschließlich ablehnend, unterscheiden sich aber im Instrument: Die CDU verwendet „weniger Gendern“ als rhetorische Abgrenzung ohne eigenes Ordnungsinstrument, die AfD kündigt ein Verbot der Gendersprache an Schulen an. Keine der fünf Parteien bezieht sich auf die differenzierte Position des Rechtschreibrats oder auf die Verständlichkeitsforschung zu Genderformen.

Muster der Positionen: Gleiche Richtung

Gemeinsame Richtung: Ablehnung von Gendersprache in Schule und Bildung — wie verbindlich legen sich die Programme fest?

Absichtserklärung
Festgelegt: Instrument, Zahl und Termin

Die CDU lehnt Gendersprache nur als Bekenntnis ohne eigenes Mittel ab, die AfD kündigt mit einem Verbot an Schulen ein konkretes Instrument an.Ohne Aussage: SPD, Grüne, LinkeDie CDU lehnt Gendersprache nur rhetorisch ab, ohne ein Ordnungsinstrument zu benennen; die AfD kündigt ein Verbot der Gendersprache an Schulen an.Stufen: Absicht · Instrument benannt · Instrument + Zahl oder Termin · Instrument + Zahl und Termin. Verbindlich heißt: festgelegt — nicht: besser.Punkte = Parteien in ihren Farben ( CDU,  SPD,  Grüne,  Linke,  AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.

Grundlage: »CDU und AfD positionieren sich ausschließlich ablehnend, unterscheiden sich aber im Instrument: Die CDU verwendet „weniger Gendern“ als rhetorische Abgrenzung ohne eigenes Ordnungsinstrument, die AfD kündigt ein Verbot der Gendersprache an Schulen an.«