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Was sagen die Parteien zur Bologna-Reform des Studiums? — Wie bewerten sie Abbruchquoten und Auslandsmobilität?

Sachfrage: Empirische Befunde zur Bologna-Reform: Studienabbruch, internationale Mobilität, Vergleichbarkeit

Hochschulforschung wertet aus, inwieweit die mit dem Bologna-Prozess verfolgten Ziele erreicht wurden: Senkung der Studienabbruchquote, Steigerung der studentischen Auslandsmobilität und bessere internationale Vergleichbarkeit/Anerkennung deutscher Abschlüsse. Die Befundlage ist gemischt – international deutlich verbesserte Anerkennbarkeit und gestiegene Mobilität stehen einer im Bachelor gegenüber dem alten System eher gestiegenen Abbruchquote gegenüber.

Forschungsstand & Quellen

Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), DZHW Brief 05/2022 »Die Entwicklung der Studienabbruchquoten in Deutschland« (Auswertung der Absolventenjahrgänge 1999–2018); Wissenschaftsrat, Empfehlungen für eine zukunftsfähige Hochschulbildung (2022) zu Betreuungsrelationen und Studienerfolg; Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)-Einordnungen zur gestiegenen internationalen Mobilität und Anerkennbarkeit durch das gestufte System.

Was die Parteien dazu sagen

CDU

fehlt

Zur Bologna-Reform des Studiums — Bachelor-Master-Struktur, Abbruchquoten, Auslandsmobilität — findet sich im Programm der CDU keine Aussage.

SPD

fehlt

Zum Bologna-Prozess und seiner Zielerreichung — Studienabbruch, Mobilität, Anerkennung — sagt das Programm der SPD nichts.

Bündnis 90/Die Grünen

fehlt

Zur Bologna-Reform des Studiums — Abbruchquoten, Auslandsmobilität, Anerkennung von Abschlüssen — findet sich im Programm der Grünen keine Aussage.

Die Linke

teilweise

»die modularisierten Studiengänge studierbarer gestalten und die Möglichkeiten der Anerkennung von Studienleistungen ... erleichtern. ... die Prüfungslast auf das notwendige Maß reduzieren« Beleg ↗

Das Programm greift praktische Symptome der Bologna-Struktur auf – Studierbarkeit, Anerkennung von Studienleistungen, Prüfungslast –, die mit der Abbruchproblematik zusammenhängen. Eine Bezugnahme auf die empirische Befundlage selbst (Abbruchquoten, Mobilität, Vergleichbarkeit) fehlt, weshalb die Sachfrage nur berührt wird.

AfD

fehlt

Weder Bologna-Reform noch Bachelor/Master-Struktur, Studienabbruchquoten oder internationale Mobilität/Anerkennung kommen im Programm vor; eine Volltextsuche nach den einschlägigen Begriffen bleibt ergebnislos. Das Hochschulkapitel behandelt Finanzierung, Wissenschaftsfreiheit und Betreuungsrelation, aber nicht die Evidenzlage zur Studienstrukturreform.

Was die Unterschiede praktisch bedeuten

Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten — beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose. Zur Methodik.

Zur Bologna-Reform des Studiums äußern sich CDU, SPD, Grüne und AfD in den vorliegenden Programmen nicht. Die Linke berührt Symptome der Studienstruktur — Studierbarkeit, Anerkennung von Studienleistungen, Prüfungslast —, ohne sich auf die empirische Befundlage zu Abbruchquoten, Mobilität oder internationaler Vergleichbarkeit zu beziehen. Keine der fünf Parteien nimmt die von DZHW, Wissenschaftsrat oder DAAD dokumentierte gemischte Befundlage zum Ausgangspunkt einer eigenen Position.

Muster der Positionen: Zu wenige Positionen für ein Muster

Ohne Aussage: CDU, SPD, Grüne, AfDNur die Linke berührt Symptome der Studienstruktur (Studierbarkeit, Anerkennung von Studienleistungen, Prüfungslast), ohne sich auf die empirische Befundlage zu beziehen.Punkte = Parteien in ihren Farben ( CDU,  SPD,  Grüne,  Linke,  AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.

Grundlage: »Zur Bologna-Reform des Studiums äußern sich CDU, SPD, Grüne und AfD in den vorliegenden Programmen nicht.«