Differenziertes Bild: anhaltende Leistungsunterschiede zur Mehrheitsbevölkerung (PISA), aber deutliche Verbesserung von der ersten zur zweiten Generation (Gymnasialquote 16,1 % auf 30,3 %, positive Trends bei Lesekompetenz) — weder reine Erfolgs- noch reine Krisenerzählung.
CDU
fehlt
Das Programm der CDU äußert sich nicht zu schulischen Aufholprozessen oder zur Bildungsmobilität der zweiten Generation von Einwandererfamilien; der Ausbau von Sprachkursen zielt im Programm auf Erwachsene im Arbeitsmarkt, nicht auf schulische Förderung.
SPD
fehlt
Das Wahlprogramm der SPD äußert sich nicht zu Bildungserfolg oder Bildungsmobilität von Kindern und Enkeln Zugewanderter – etwa zu PISA-Ergebnissen, Gymnasialquote oder dem Vergleich zwischen Generationen. Das Thema kommt im Programm nicht vor.
Bündnis 90/Die Grünen
teilweise
»alters- und kompetenzabhängiges Konzept zum Übergang von den Willkommensklassen in die Regelklassen« Beleg ↗
»das Schulfach ›Deutsch als Zweitsprache‹ mit verbindlichem Curriculum anerkennen« Beleg ↗
»Die separierende Unterbringung und Beschulung in Flüchtlingsunterkünften wollen wir schnellstmöglich beenden und allen Kindern einen Willkommensplatz an einer Regelschule anbieten« Beleg ↗
Das Programm adressiert den strukturellen Zugang zu regulärer Beschulung (Übergang Willkommens-/Regelklassen, DaZ-Curriculum, kein Unterricht in Unterkünften) als Hebel für bessere Bildungschancen, ohne eine Aussage zu gemessenen Leistungsunterschieden oder zur Generationenverbesserung zu treffen — die Sachfrage wird nur über den Zugangsaspekt berührt.
Die Linke
fehlt
Bildungserfolg oder Bildungsaufstieg der zweiten Migrant*innengeneration wird in keiner Fundstelle behandelt.
AfD
fehlt
Keine Passage behandelt die intergenerationale Bildungsentwicklung von Menschen mit Migrationshintergrund. Die migrationsbezogenen Schulpassagen thematisieren Sprachdefizite, Parallelbeschulung und religiöse Symbole, nie Leistungsverläufe zwischen erster und zweiter Generation.
Was die Unterschiede praktisch bedeuten
Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten —
beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose.
Zur Methodik.
Zur Bildungsmobilität der zweiten Generation äußert sich nur eine Partei, die Grünen, und auch sie beantwortet nicht die im Forschungsstand belegte Frage nach gemessenen Leistungsunterschieden oder der Verbesserung zwischen erster und zweiter Generation, sondern adressiert den strukturellen Zugang zu regulärer Beschulung — Übergang von Willkommens- in Regelklassen, ein verbindliches DaZ-Curriculum, das Ende separierter Unterbringung/Beschulung in Flüchtlingsunterkünften. CDU, SPD, Linke und AfD enthalten zu schulischen Aufholprozessen von Kindern aus Einwandererfamilien keine Aussage; bei der AfD kommen migrationsbezogene Schulpassagen ausschließlich unter den Stichworten Sprachdefizite, Parallelbeschulung und religiöse Symbole vor, nie als Leistungsvergleich zwischen Generationen. Die Sachfrage nach Bildungsmobilität im empirischen Sinn bleibt damit über alle fünf Programme hinweg unbeantwortet.
Muster der Positionen: Zu wenige Positionen für ein Muster
Ohne Aussage: CDU, SPD, Linke, AfDPunkte = Parteien in ihren Farben ( CDU, SPD, Grüne, Linke, AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.
Grundlage: »Zur Bildungsmobilität der zweiten Generation äußert sich nur eine Partei, die Grünen, und auch sie beantwortet nicht die im Forschungsstand belegte Frage nach gemessenen Leistungsunterschieden oder der Verbesserung zwischen erster und zweiter Generation, sondern adressiert den strukturellen Zugang zu regulärer Beschulung — Übergang von Willkommens- in Regelklassen, ein verbindliches DaZ-Curriculum, das Ende separierter Unterbringung/Beschulung in Flüchtlingsunterkünften.«