Wahlkompass Berlin

ThemenfelderStadtentwicklung

Wie wollen die Parteien die Bezirke für eigene Stadtentwicklungsplanung stärken? — Mehr Personal und Mittel für Umbau, Infrastruktur und Klimaschutz?

Sachfrage: Personelle und finanzielle Stärkung der Bezirke für integrierte Stadtentwicklungsplanung

Sachfrage ist, ob Berliner Bezirke über ausreichend Personal und Mittel verfügen, um integrierte Entwicklungskonzepte – Umbau, Infrastruktur, Klimaschutz, Bebauungspläne – selbst zu erarbeiten. Bundesweite Untersuchungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigen, dass viele Kommunalverwaltungen bei wachsenden Aufgaben zugleich unter reduzierten Personalkapazitäten leiden; innerhalb Berlins bestehen zudem historisch dokumentierte Personalunterschiede zwischen den Bezirken. Strittig ist, ob eine gezielte Aufstockung von Stellen und Mitteln auf Bezirksebene erfolgen soll oder Aufgaben stärker zentral bei den Senatsverwaltungen gebündelt werden.

Forschungsstand & Quellen

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Forschungsprogramm »Planung für multiple Herausforderungen« (2023); Rechnungshof von Berlin, Jahresberichte zur Personalausstattung der Bezirksverwaltungen.

Was die Parteien dazu sagen

CDU

fehlt

Zur Stärkung der Bezirke mit mehr Personal und Mitteln für eigene Stadtentwicklungsplanung — etwa für Umbau, Infrastruktur oder Klimaschutz — trifft das Programm der CDU keine gezielte Aussage.

SPD

fehlt

Die vorliegenden Aussagen der SPD betreffen die föderale Aufgaben- und Finanzordnung zwischen Senat und Bezirken – Finanzierungsmodell, Konnexitätsprinzip, Zuständigkeitsverteilung – und gehören eher zur Nachbar-Sachfrage ›Was wollen die Parteien für die Aufgaben- und Finanzverteilung zwischen Senat und Bezirken? — Soll das Konnexitätsprinzip verfassungsrechtlich verankert werden?‹. Eine Aussage speziell zu Personal- und Planungskapazität der Bezirke für Stadtentwicklungsaufgaben findet sich im Programm nicht.

Bündnis 90/Die Grünen

substanziell

»Dazu stärken wir die Bezirke, um integrierte Entwicklungskonzepte für Umbau, Erhalt von Gebäuden, Infrastruktur, Klimaschutz, Grünflächen und Straßen zu erstellen« Beleg ↗

Das Programm bezieht explizit Position für eine Stärkung der Bezirke zur eigenständigen Erstellung integrierter Entwicklungskonzepte und beantwortet damit direkt die strittige Frage zwischen bezirklicher Aufstockung und zentraler Bündelung bei den Senatsverwaltungen zugunsten der Bezirksebene.

Die Linke

substanziell

»Den Bezirken werden mehr Personal und finanzielle Ressourcen für die Erstellung von Bebauungsplänen zur Verfügung gestellt« Beleg ↗

Das Programm beantwortet die Sachfrage eindeutig im Sinne einer gezielten Aufstockung auf Bezirksebene: Den Bezirken werden konkret mehr Personal und finanzielle Ressourcen für die Bebauungsplanerstellung zugesagt, statt Aufgaben zentral bei den Senatsverwaltungen zu bündeln.

AfD

fehlt

Das Programm der AfD äußert sich nicht zur Personal- und Planungskapazität der Bezirke für Stadtentwicklungsaufgaben wie Umbau, Infrastruktur, Klimaschutz oder Bebauungspläne. Es fordert an anderer Stelle mehr Personal für die Grünflächenpflege und allgemein mehr Mittel für Verkehrssicherheit — beides beantwortet die Frage nach der Planungskapazität der Bezirke nicht.

Was die Unterschiede praktisch bedeuten

Einordnung der Redaktion auf Basis der oben belegten Antworten — beschrieben wird das angestrebte Handeln der Parteien, keine Wirkungsprognose. Zur Methodik.

Bei der personellen und finanziellen Stärkung der Bezirke für eigene Stadtentwicklungsplanung positionieren sich nur Linke und Grüne: Die Linke sagt den Bezirken konkret mehr Personal und Mittel für die Bebauungsplanerstellung zu, die Grünen stärken die Bezirke allgemeiner zur Erstellung integrierter Entwicklungskonzepte für Umbau, Infrastruktur, Klimaschutz und Grünflächen. CDU, SPD und AfD äußern sich zur bezirklichen Planungskapazität nicht; ihre vorliegenden Belege betreffen andere Zuständigkeitsfragen wie Mieterberatung, Konnexitätsprinzip oder Grünflächenpflege.

Muster der Positionen: Gleiche Richtung

Gemeinsame Richtung: mehr Planungskapazität für die Bezirke — wie verbindlich legen sich die Programme fest?

Absichtserklärung
Festgelegt: Instrument, Zahl und Termin

Grüne und Linke benennen je ein Instrument zur Stärkung der Bezirke, ohne dies mit Zahl oder Termin zu unterlegen.Ohne Aussage: CDU, SPD, AfDDie Linke sagt konkret mehr Personal und Mittel für die Bebauungsplanerstellung zu, die Grünen formulieren die Stärkung allgemeiner als Zuständigkeit für integrierte Entwicklungskonzepte für Umbau, Infrastruktur, Klimaschutz und Grünflächen.Stufen: Absicht · Instrument benannt · Instrument + Zahl oder Termin · Instrument + Zahl und Termin. Verbindlich heißt: festgelegt — nicht: besser.Punkte = Parteien in ihren Farben ( CDU,  SPD,  Grüne,  Linke,  AfD); hohl = ohne Aussage; halb gefüllt = äußert sich zu einem anderen Aspekt der Frage.

Grundlage: »Bei der personellen und finanziellen Stärkung der Bezirke für eigene Stadtentwicklungsplanung positionieren sich nur Linke und Grüne: Die Linke sagt den Bezirken konkret mehr Personal und Mittel für die Bebauungsplanerstellung zu, die Grünen stärken die Bezirke allgemeiner zur Erstellung integrierter Entwicklungskonzepte für Umbau, Infrastruktur, Klimaschutz und Grünflächen.«